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Auch das ist eine Form von Freiheit …

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… als Gastdozentin des neuen Studienangebots Lifestyle-PR und im Bereich Journalismus und Medien der Akademie Mode und Design AMD in Düsseldorf. Und in der Fachhochschule Düsseldorf im Fachbereich 06: Sozial- und Kulturwissenschaften, Literatur und Ästhetische Praxis.

Modekommentar: AMD Akademie Mode & Design
aus der Sicht einer Journalistin

Die neue berufsbegleitende Ausbildung Lifestyle-PR an der AMD Akademie Mode & Design aus der Sicht einer Journalistin. Ina Köhler fragte Autorin und Lifestyle-Expertin Inge Hufschlag, was sie an dem Thema so spannend findet.



Ina Köhler: Sie schreiben seit vielen Jahren über Mode und Stil. Was zeichnet Menschen mit gutem Stil aus?

Inge Hufschlag: Entscheidend ist die Gesamterscheinung einer Persönlichkeit, die muss stimmig sein. Kleidung sollte keine Verkleidung sein. Das hört man schon aus Komplimenten heraus: „Dein Kleid finde ich toll“ ist eine andere Aussage als „Du siehst toll aus.“ Übrigens: Stil kann man lernen.

Was verstehen Sie unter Lifestyle?

Lebensart, im Sinne von Lebenskunst. Mode ist ja auch ein Kulturfaktor. Lifestyle mache ich nicht an Produkten fest. Lifestyle ist Vielfalt. Zeit haben, Freundschaften pflegen, mit anderen lachen oder sich auch mal für sich freuen können – das sind für mich unverzichtbare Accessoires des Lifestyles. Glamour kann, muss aber nicht sein. Wie vieles: eine Frage der Dosierung.

Wie wichtig ist das Thema Lifestyle im Jahr 2012?

Eine  Frage der Interpretation. Bei Lifestyle  ging und geht es ja auch um Zugehörigkeit oder Abgrenzung. Das gab es immer, früher zum Beispiel in Form von Trachten oder Uniformen, heute als Modetrends oder Kult-Marken. Spannend ist auch, zu beobachten, wie politische und kulturelle Strömungen Modetrends beeinflussen. Und: Lifestyle abzulehnen, ist auch schon wieder einer, oder?

Zur Fashion Week in Berlin präsentierten sich internationale Marken wie Mercedes Benz, Cointreau oder Lufthansa. Warum ist Mode für Marken so attraktiv?

Mode ist Kommunikation. Mode lebt von der Bewegung, von der Beständigkeit des Wechsels. Nicht umsonst heißt es: Mit der Mode gehen. Das wollen Markenartikler auch. Ich hab’ schon Formulierungen gehört wie „der Armani unter den Autobauern“. Eine Art Image-Transfer. Versuchen Mode-Designer ja auch, indem Sie ihr Image auf Düfte, Brillen, Uhren, ja, ganze Wohnwelten übertragen. Oft mit Erfolg.

Als Journalistin haben Sie viel mit PR-Agenturen zu tun. Was muss ein PR-Profi beherrschen, um über Lifestyle kommunizieren zu können?

Er muss neugierig sein, auf Menschen und das, was sie bewegt – das gilt für PR genauso wie für Journalismus. Und: Bevor man zündende Ideen hat, muss man erst mal selbst brennen für eine Sache. Es reicht nicht, eine Botschaft in Hochglanzmäppchen durchzureichen. Übrigens keine Frage des Budgets. Wenn ich nicht besser sein kann als Andere, dann bin ich eben anders. Das überzeugt auch Andere. Auch das kann man lernen.

Welche Fehler kann man machen?

Der wahre PR-Profi versteht es, aus unvermeidbaren Fehlern eine neue spannende Story zu machen. Wie bei den Chinesen, die Krise aus zwei Wörtern zusammensetzen: Risiko und Chance. Der „Fehler“, der mich als Journalistin am meisten nervt, sind die O8/15-Aussendungen unter dem Motto „Alles an Alle“ mit der – fast immer  störenden – telefonischen Nachfassaktion der Praktikantin: „Wir haben Ihnen da was geschickt. Ist das was für Sie?“. Ich frage dann manchmal zurück: „Warum glauben Sie, dass das etwas für mich sein könnte?“ Da kommt dann nix.

Die absolute Todsünde im PR-Bereich – täglich tausendfach begangen – ist  für mich die allgemeine Antwort auf individuelle Anfragen: „Gehen Sie doch mal auf unsere Website“.

Warum sind Sie als Expertin bei der Ausbildung Lifestyle-PR in Düsseldorf mit dabei?

Ganz einfach: Weil Sie mich gefragt haben. Dann hab ich mich auch noch mal gefragt. Und gesehen, dass dies ein spannendes Angebot ist, für Dozenten wie Teilnehmer. Markt und Medien brauchen solche Spezialisten. Auch wenn sie aus einer anderen (Berufs-)Richtung kommen. Außerdem bin ich –  siehe oben -  einfach neugierig. Das soll ja keine Einbahnstraße sein, sondern neue Wege aufzeigen – in alle Stilrichtungen.

Warum macht Ihnen Ihr Beruf so viel Spaß?

Weil er immer wieder neu und anders ist. Jeden lieben, langen Tag. Für mich ist das kein Job, sondern eine, meine Art zu leben und zu kommunizieren. Lifestyle eben.

Quelle: modekommentar.de


www.amd.de
www.FH-Düsseldorf.de